Aber zuerst alles auf Anfang: Mit ihrem tollen Album "Tales Of Us" und dem unglaublich stimmungsvollen Konzert in London habe ich das ungleiche Duo schon ins Herz geschlossen, weshalb es auch außer Frage stand ein musikalisches Kinoevent zu verpassen. Die britische Regiesseurin Lisa Gunning produzierte mit Goldfrapp 4 stimmungsvolle Kurzfilme zu den Songs Jo, Annabel, Drew und Stranger, die in voller Länge im Kino aufgeführt wurden (Bei meiner Recherche stieß ich auch auf die Information, dass Alison Goldfrapp angeblich mal was mit dieser Lisa Gunning gehabt haben soll. Das erklärt dann wohl auch warum Godfrapp die Lieblingsband aller Schwulen und Lesben ist). Dannach wurde live ein Goldfrapp Studiokonzert übertragen, was wie immer grandios war. Auf der Rückfahrt nach Hamburg schrieb ich dann diese unterhaltsamen Zeilen:
Nach einem Goldfrapp Konzert denkt man fast, dass man die drei ??? mit einem neuen Fall betrauen muss, so ähnlich sind die Erlebnisse zu dem Fall mit dem Teufelsgeiger. Die Situation ist ganz ähnlich. Auf der Bühne passiert nicht viel, eine dürre Gestalt und schweigsame Musiker performen melancholisch elektronische Musikstücke, die einen dennoch an seinen Stuhl fesselt und einen hypnotisiert jeden Ton aufsaugen lässt. Alison Goldfrapp hat allerdings vermutlich nichts mit dem Teufelsgeiger zu tun. Das kantige Gesicht, die großen Augen, die blonden kurzen Locken und ihre fragile fast zerbrechliche kleine Figur lassen sie eher engelsgleich, das weiße Kostüm fast bieder aussehen. Wenn sie die Bühne betritt tappst sie unsicher von einem Fuß auf den Anderen, ihre Ansagen sind leise fast stockend und wortkarg. Wie lässt sich also die berauschende Wirkung ihrer Musik erklären? Nicht etwa mit einem Pakt mit dem Teufel noch mit Rauschmittel, wie es bei den drei ??? der Fall war.
Die Magie von Goldfrapp beginnt erst wenn die Musik erklingt. Die Liveband mit Schlagzeugern, Streichern, Synthesizern und verschiedenen Saiteninsrumenten malen eine Kulisse, die oftmals fantastisch, unnatürlich, melancholisch als auch futuristisch sein kann, und erwecken eine Geschichte zum Leben. Alison allerdings bevölkert mit ihrer Stimme diese Märchen. So wie ihr aktuelle Album, das die Geschichten von 10 Personen erzählt, kreieren auch Goldfrapp live in nur wenigen Minuten ein fesselndes Märchen in denen Alison die Rolle des Erzählers und des Protagonisten gleichermaßen einnimmt. Plötzlich verwandelt sich die unscheinbare Person auf der Bühne zu einer lebendigen Persöhnlichkeit, die mit ihrer unglaublich wandelbaren Stimme mal den Bösewicht mal den Held, mal das Mädchen mal den Jungen, mal jemand melancholischen mal jemanden vor Fröhlichkeit sprühenden darstellen kann. Die Rolle nimmt sie dann komplett ein, sodass sie alle Hemmungen verliert und nicht nur ihre Stimme, sondern auch ihren Körper erzählen lässt. Dieses Talent habe ich bisher noch nicht erlebt, es fesselt einen und lässt die Zeit verfliegen. Danach ist man erschöpft als wäre man auf einer langen Reise gewesen. Genau das sind Goldfrapp auch, eine mentale Reise durch das mentale Märchenland, wir erleben mit ihnen die "Tales Of Us".
we love to entertain you,
Maren
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