Falls man mir nicht glauben will, ist hier noch ein wunderbares Beispiel:
Um mir das zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen: Im September 2013 schrieb der Musikexpress Indieland sei abgebrannt, doch es brenne noch irgendwo in dunklen Hinterhöfen. Grund dafür waren die Veröffentlichungen der neuen Album der Großen 3: Arctic Monkeys, Franz Ferdinand und Babyshambles. Doch es stimmt: England brennt schon lange nicht mehr. In den britischen Charts finden wir Schwiegersohn- Musik von Ed Sheeran, Sondermüll von Coldplay und eine Australische Boyband genau wie in Deutschland (Nur das in Deutschland noch Helene Fischer mitmischt). Da ich gerade mal einen Blick in die Charts riskiert habe, um hier nix falsches zu schreiben ist mir was aufgefallen: Während "The Black Market" von Rise Against in Deutschland die 1 blockiert, schaffen sie es in Großbritannien nur auf die 76. Witzig. Was machen nun also die Mengen an Indie Bands aus den 00er Jahren? Wie halten sie sich über Wasser? Nun ja, einige haben sich getrennt, andere steuern auf den Untergang zu. Bands wie Bloc Party, The Kooks und Kaiser Chefs können einfach nicht an den Erfolg ihrer Anfangsjahre anschließen und versuchen nun über poppigere Musik den Anschluss nicht zu verlieren. Auch Maximo Park sind ziemlich am rudern, denn ihr aktuelles Album "Too Much Information", mit dem sie zu ihrem ursprünglichen Sound zurückkehren wollten floppte in Deutschland mit der bis jetzt schlechtesten Chartplatzierung. Immerhin konnten sie sich in Großbritannien auf einen soliden Platz 7 retten. Babyshambles rund um Pete Doherty lieferten mit "Sequel To The Prequel" eines der besten Album des Jahres 2013 ab und schaffen es damit gerade noch in die Top Ten der Britischen und Deutschen Charts. Ob es an der bösen Presse rund um Pete liegt oder an dem Fakt, dass die Leute nicht mehr an diese rotzig melancholische Gitarrenmusik gewohnt sind. Bei Rock am Ring spielten die Babyshambles jedenfalls den Alterna- Head und keiner war da (außer Pete, der war rein zufällig mal da). In Twitter Kommentaren, die bei Rock am Ring ja immer eingeblendet werden, herrschte sogar Entsetzen darüber, dass Pete aufgetreten ist, weil doch K.I.Z. schon als Nachrücker bereitstanden. Fragt man auf der Straße nach der Existenz der Band Franz Ferdinand werden dies viele Menschen leugnen. Der Stil von Kapranos und seinen Amigos ist einfach zu speziell. Dennoch scheinen sie eines richtig zu machen, ihre Alben landen in Großbritannien und Deutschland souverän in den Top Ten. Ein Glücksfall, dass Franz Ferdinand fröhliche Tanzohrwürmer mit Gitarren produzieren, denen kein Musikkenner widerstehen kann, aber von der breiten Masse als seltsam befunden werden.
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| Alex Turner 2008- 2014 |
Zu guter letzt zum Phänomen der Arctic Monkeys: Sie landeten mit jedem einzelnem ihrer Studioalben in Großbritannien auf Platz 1 und gewannen 3 Mal den Brit- Award für das beste Album. Doch Zwischen dem Brit- Award 2008 und dem Brit- Award 2014 liegen 2 Alex Turner, 2 Arctic Monkeys und 2 verschiedene Sounds. 2008 war Turner noch jung, niedlich und fast sogar noch verpickelt. Doch er hatte eine Gitarre in der Hand und war froh in der ganzen Indiebewegung mit seiner Musik sogar Geld zu verdienen. Der Sound der Arctic Monkeys auf "Favourite Worst Nightmare": Schnell, ungeschliffen und direkt. Mit den verruchten Tönen auf "AM" trafen die Arctic Monkeys 2014 den Nerv der Zeit und ist nebenbei ein Meisterwerk Britischer Musik. Damit waren die Arctic Monkeys wieder ganz Oben und werden von jedem geliebt: Musiknerds, Indiefans und leider auch von den kleinen Girlies, die fortan schmachtend an Alex Turners Lippen kleben. Da kann man fast verstehen warum Turner sich in der Öffentlichkeit unnahbar und arrogant gibt.
Was haben wir nun: Indiebands, die versuchen um jeden Preis im Gespräch zu bleiben indem sie versuchen an den Erfolg in 2005 anzuknüpfen, eine Band, die fast aus purem Glück ein Meisterwerk produziert, aber das Publikum lieber K.I.Z. sehen will, eine Band, die aus purem Glück doch noch erfolgreich ist und eine Band die ihren Sound revolutionierte und damit an die falschen Fans gerät. Ja, Indieland ist abgebrannt, es brennt auch leider nirgendwo mehr weiter. Die Beteiligten versuchen zwar durch pusten und Holz nachlegen die Asche irgendwie wieder zum glühen zu bringen, was größtenteils erfolglos bleibt. Dennoch laufen Musiktrends wie die Geschichte immer Wellenförmig ab und es herrscht das Gesetz der Wiederholung. Vielleicht greifen in 10 Jahren wieder viele Schuljungen zur Gitarre und wir lesen diese Schlagzeile im Musikexpress: England Brennt Wieder!

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